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Weihnachtsaktion "Geflüchtete einladen - wenn aus Fremden Freunde werden"

01.11.2016 09:46

 

Das Modellprojekt der AWO in Stormarn „mobile Beratung und Begleitung – Flucht & Asyl“ (MoBB) arbeitet seit Anfang des Jahres 2016 im Südkreis Stormarns mit Geflüchteten an verschiedenen Projekten. Viele von ihnen geben dabei immer wieder an, deutsche Menschen treffen zu wollen. Deshalb möchte das Team von „MoBB – Flucht und Asyl“ Einheimische und Flüchtlinge – auch muslimische, die eigentlich gar nicht Weihnachten feiern – zum wichtigsten Fest der Deutschen zusammenbringen.

 

In Reinbek, Glinde und Oststeinbek leben aktuell rund 700 Geflüchtete, viele von ihnen in sehr beengten und finanziell schwierigen Verhältnissen. Für sie ist ein Weihnachtsfest, wie es die meisten Deutschen feiern, nicht möglich und auch fremd. Eine gute Gelegenheit sich und „unsere“ Bräuche besser kennen zu lernen.

 

Wer Gastgeber*in eines oder mehrerer Geflüchteten sein will, kann sich per Telefon oder E-Mail melden (Details siehe Infokasten). Wichtig ist anzugeben, wie viele Menschen man aufnehmen möchte, an welchen Weihnachtstagen und zu welcher Uhrzeit.

 

Möglich, aber keineswegs verpflichtend ist, die Einladung auf mehrere Tage auszudehnen. Die Gastgeber*innen können auch angeben, ob sie, was ihre Gäste betrifft, besondere Wünsche haben – ob sie gerne Familie, Mann oder Frau, Jung oder Alt, einladen möchten.

 

Wobei man sich vielleicht nicht alles aussuchen kann. Wer eine syrische, christliche Familie mit zwei Kindern wolle, könne am Ende auch eine eritreische Familie mit einem Kind bekommen. Wie jemand Weihnachten feiert – ob mit oder ohne Kirchgang, ausgelassen oder still – ist nicht ausschlaggebend. Eine Einladung in eine deutsche Familie ist auch als "eine Art Feldforschung" in der neuen Heimat zu betrachteten.

 

Gut ist es, sich vorher mit seinen Gästen über das Essen zu verständigen. Wer Besuch von Muslimen bekommt, kann natürlich kein Schweinefleisch anbieten, zudem trinken gläubige Muslime selten oder keinen Alkohol. Gastgeber*innen müssen auch keine Geschenke besorgen, die Einladung ist Geschenk genug.

 

Bei der Anmeldung können Gastgeber*innen ihre Sprachkenntnisse angeben, denn Sprache kann wichtig sein. Nicht jede/r kann ein Hand- und Fußgespräch führen.

 

Wir als Team „MoBB“ finden es wichtig, dass die Einheimischen auf diese Art etwas machen können, das weniger verbindlich für sie ist als beispielsweise eine langfristig ausgerichtete Patenschaft.

Michel Brehm (Projektkoordinator)

 

Wer zu Weihnachten Menschen zu sich einladen will, kann sich per unter Telefon 040 - 18234420 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail mobb.stormarn@gmail.de melden.

Bitte den Tag, Adresse, Zahl der gewünschten Gäste und Sprachkenntnisse angeben. Eine Anmeldung als Gastgeber*in ist bis Sonntag den 18. Dezember 2016 möglich, ab dem 19. Dezember 2016 bekommt man Bescheid, ob, wer und wie viele Menschen an Weihnachten zu Besuch kommen.