Neben vielen Veranstaltungen zum Thema Geflüchtete in Reinbek fand am Freitag, den 05. Juni 2015 eine Veranstaltung ganz besonderer Art statt. Das JUZ Reinbek hatte geladen und über 100 Menschen aus Reinbek, Wentorf, Aumühle und Glinde kamen. Gemeinsam mit den neuen NachbarInnen hatten die Jugendlichen des Hauses dazu eingeladen, sich mal Zeit zu nehmen um das Leben zu feiern. Die jungen Aktiven des JUZ wollten die Möglichkeit schaffen sich auszutauschen und einander besser kennenzulernen, Vorurteilen zu begegnen, gemeinsam Spaß zu haben und vor allem mal wieder ausgelassen zu lachen. Um es vorweg zu nehmen - es hat funktioniert.
Bevor die Party stieg, gab es einen inhaltlich informativen Exkurs zu den Themen: Fluchtgründe, Situationen in den Herkunftsländern sowie Zahlen zu und Entwicklungen von Flucht und Zuwanderung. Möglichkeiten der aktiven Hilfe durch BürgerInnen wurden weiterhin aufgezeigt. Nach dem Vortrag von Johannes Hermes (einem aktiven Jugendlichen aus dem JUZ) ergriffen Farschad R. aus dem Iran und Mahmood M. aus Syrien die Möglichkeit, jeweils ihre Gründe und den Weg ihrer Flucht zu beschreiben. Den sehr persönlichen Geschichten und Erlebnissen von Krieg und Folter hörten die Gäste intensiv und gebannt zu.
Als anschließend Melika D. und Anas T. stellvertretend für die Geflüchteten in Reinbek den ehrenamtlichen HelferInnen, der Stadtverwaltung und BürgerInnen Reinbeks in deutscher Sprache ihren aufrichtigen und tiefen Dank zollten und Rosen verteilten, lag eine außergewöhnliche, herzliche und verbundene Stimmung in der Luft. Nach dem gemeinsamen Abendessen luden die Geflüchteten die deutschen Gäste zu gemeinsamen Volkstänzen aus dem Irak, Syrien und dem Iran ein. Schnell wurde klar, die Musik- und Hörgewohnheiten sowie die Tanzschritte bereiteten den deutschen Gastgebern und Gästen doch zum Teil erhebliche Schwierigkeiten. Mit Hilfe der Geflüchteten kam es dann allerdings zu einer großartigen und gemeinsamen Tanzveranstaltung, die es wohl so im JUZ Reinbek noch nicht gegeben hatte. Eine zünftige Polka gab es dann auch noch und so wurde weiter bis Mitternacht getanzt. Die Stimmung war sehr ausgelassen, rund um glückliche Gesichter waren zu sehen. Gelacht und gesprochen wurde viel - über das Leid und das Erlebte, über die Zukunft und die Perspektiven. So blieb die Zeit für einen Moment stehen, um „das am Leben sein“ zu feiern. Eine Wiederholung für die zweite Jahreshälfte ist in Planung.
Liebe Gäste, Liebe Reinbeker,
heute wollen wir Danke sagen. Danke für die Unterstützung und Hilfe, die ihr uns gebt.
Nach tausenden Kilometern Flucht und weit weg von unseren Familien, standen viele von uns vor dem Nichts. Die Sprache, die Kultur und das Wetter waren und sind neu für uns.
Aber Durch eure Hilfe und Gastfreundschaft fühlen wir uns fast wie Zuhause.
Wir können noch nicht viel zurückgeben.
Daher geben wir euch unsere Dankbarkeit und sagen:
Danke Reinbek!
Die Flüchtlinge in eurer Stadt
