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Ausbildungsoffensive bei der AWO in Stormarn

 

Aufgrund des gravierenden Fachkräftemangels in den Kindertagesstätten haben das Land Schleswig-Holstein, der Kreis Stormarn und einige Kommunen zum Ausbildungsstart Sommer 2023 eine umfangreiche Förderung von Ausbildungsplätzen in den Kitas beschlossen.
Die AWO in Stormarn hat diese Gelegenheit, etwas gegen den Personalmangel zu unternehmen, ergriffen und zum Start im August elf Ausbildungsplätze in zehn ihrer Kitas in Ahrensburg, Bargteheide, Reinbek, Glinde und Reinfeld geschaffen. Die „Praxisintegrierte Ausbildung“ (PiA) sieht vor, dass Auszubildende neben dem Besuch einer Fachschule oder Berufsfachschule bei einem Träger von Kindertagesstätten angestellt sind und in der Praxis arbeiten. Dies ist im Kitabereich nicht selbstverständlich, da sowohl die Erzieherausbildung als auch die Ausbildung Sozialpädagogische Assistenz (SPA) im Prinzip rein schulische Ausbildungen sind, die nicht vergütet werden. Eine praktische Ausbildung erfolgt normalerweise nur im Rahmen von Praktika. Erst in den letzten Jahren etabliert sich mehr und mehr das „praxisintegrierte“ Modell, bei dem die Auszubildenden einen Arbeitgeber haben und in der schulfreien Zeit regelmäßig in einer Kita arbeiten. Durch die Vergütung wird die Ausbildung attraktiver und durch die feste Anbindung an einen Kita-Träger praxisnäher.

 

Die AWO, die in ihren Einrichtungen zurzeit ca. 880 Kinder betreut, war in Stormarn Pionierin auf dem Gebiet der vergüteten Ausbildung. Sie hat bereits 2015 – 2019 in Kooperation mit der Beruflichen Schule des Kreises Stormarn in Bad Oldesloe das Projekt „Quereinstieg in Stormarn – Männer und Frauen in Kitas“ (QUESTO) durchgeführt, in dem Berufserfahrenen der Quereinstieg in die Kita ermöglicht wurde. Danach beteiligte sie sich an der „Fachkräfteoffensive“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Neben der Ausbildung zum/zur Erzieher*in und zum/zur Sozialpädagogischen Assistent*in bietet die AWO in Stormarn regelmäßig auch Praxisplätze im Rahmen des Dualen Studiums der Sozialen Arbeit und der Kindheitspädagogik.
Die AWO freut sich, dass sich zahlreiche hoch motivierte junge (und auch einige ältere) Menschen um einen Ausbildungsplatz beworben haben, sodass schließlich fünf angehenden Erzieher*innen und sechs angehenden SPA eine Zusage erteilt werden konnte. „Diese Investition von Geld und Zeit in Ausbildung wird sich bereits mittelfristig durch eine Entlastung unserer Fachkräfte und mehr Zeit für die zu betreuenden Kinder auszahlen“, so die Geschäftsführerin Anette Schmitt. Die AWO in Stormarn hofft, dass Land und Kommunen auch in den nächsten Jahren Ausbildung unterstützen werden und wird auch weiterhin auf diesem Gebiet Vorreiterin bleiben. Bedauerlich ist aus Sicht der AWO, dass nur die Ausbildung in Kitas gefördert wird, während eine Ausbildung in der Ganztagsbetreuung an Schulen, wo der Fachkräftemangel ähnlich groß ist, nicht berücksichtigt wird.

 

[Tobias Reichardt]

 

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