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WIR STRICKEN GEMEINSAM AN DER ZUKUNFT DER PFLEGE!

25.05.2011 13:00

 

Die Lebenserwartung der Menschen steigt, die Zahl der Hochaltrigen und Demenzkranken Menschen wächst, und die Bundesregierung hat 2011 zum Jahr der Pflege erklärt. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel – diese Schlagwörter hört man überall. Doch wir, die Einrichtungen und Mitglieder der AWO Schleswig-Holstein, wollen nicht länger reden, sondern in die Strümpfe kommen und haben uns vorgenommen:

Wir stricken gemeinsam an der Zukunft der Pflege!

Die ersten Maschen werden am 12. Mai in Kiel aufgenommen. Gemeinsam mit Schirmherrin Heide Simonis fassen wir das „heiße Eisen“ Pflegezukunft an und möchten vor allem junge Menschen für das Arbeitsfeld begeistern. Gemeinsam heißt: AWO Verband, Kindertagesstätten, Betreute Schulen, Jugendwerk und Integrationscenter der AWO beteiligen sich ebenso an der Jahreskampagne wie die Wollfirma LANA GROSSA, der Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Landesverband Schleswig Holstein, der Online-Marktplatz DaWanda, das Textilmuseum Neumünster, Woman in the City und viele Prominente und engagierte Menschen im Land. Denn Pflege geht uns alle an, und fast jeder hat Familienmitglieder, die Pflege benötigen. Doch leider spielt sich diese noch viel zu oft hinter verschlossenen Türen ab, und vor allem junge Menschen wissen nur wenig darüber: „Anstrengend, schlecht bezahlt und dann auch noch dieser Schichtdienst“, das ist das Bild vieler Jugendlicher, mit denen wir sprechen. Diejenigen, die im Pflegeberuf arbeiten, betonen dagegen vor allem die Befriedigung, die der Job mit sich bringt,  wie einige Artikel in dieser HERZ-Ausgabe zeigen – und das, obwohl sie nach kurzer Zeit auch die Belastungen kennen. Doch auch weil es nur eine begrenzte
Anzahl landesgeförderter Ausbildungsplätze gibt, ziehen viele Jugendliche einen Handwerks- oder Bürojob der Pflege vor. Dabei bietet gerade diese beste Berufsaussich-ten, denn die Zahl der Pflegefälle wird sich einer Studie der Universität Freiburg zwischen 2007 und 2050 verdoppeln.

 

Neue Muster wagen

 

Um die Altenpflege trotzdem leisten zu können, wird versucht, immer mehr Aufgaben auf den Schultern der Pflegefachkräfte zur verteilen. Doch das ist unserer Meinung nach der falsche Weg. In unseren Häusern arbeiten schon jetzt nicht nur Altenpfleger, sondern Menschen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen, und künftig muss es noch stärker darum gehen, junge Leute mit verschiedenen Qualifikationen und Herkunftsländern zu gewinnen. Besonders wichtig ist dabei die Rolle der Ehrenamtlichen und jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr. Nur wenn wir es schaffen, alle Kräfte und Strukturen zu bündeln, können wir die  Zukunft der Pflege tragfähig gestalten.

 

Auch deshalb haben wir für die Kampagne das Stricken als Symbol gewählt. Denn  Handarbeit verbindet Frauen in Moskau und Mölln mit Studenten in Texas, Designern in Zürich und Menschen jeden Alters bei «Strick-Partys» im Berliner Kiez. Und jeder kann mit seiner Handarbeit dazu beitragen, das Ziel der Kampagne zu erreichen: Ideen zu spinnen, neue Muster zu wagen – und mit den Spendeneinnahmen aus den Handarbeiten mindestens drei jungen Menschen eine Ausbildung in der Altenpflege zu finanzieren.