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Lauter Protest

12.05.2010 09:25

 

Bürgermeister Michael Sarach schreibt Autogramme:

„Wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“ Das stand auf dem Plakat der kleinen Mareike. Ja, laut waren sie wirklich. Ein ohrenbetäubender Lärm brandete, gestern um fünf vor zwölf dem Ahrensburger Bürgermeister Michael Sarach entgegen. Mit Rasseln, Tröten und Trillerpfeifen bewaffnet, machten Kindergarten- und Hortkinder, Erzieher und Eltern ihrem Unmut über die drohenden Kürzungen Schleswig Holsteins im Kitabereich Luft. Über 300 waren dem von der AWO kurzfristig angeregten Aufruf zu einem Sternmarsch gefolgt. Auf den bunten Plakaten, und großen Bannern konnte man lesen, warum sie da waren: „Wir brauchen mehr Geld!“, „Immer auf die Kleinen!“, oder „Kinder sind die Zukunft!“

„Wir sind am Rande unserer Kapazitäten. Die Arbeit kann jetzt schon fast nicht mehr bewältigt werden. Eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen ist nicht hinnehmbar!“ erklärte Kita-Fachberaterin Dörte Jost vom evangelischen Kirchenkreis Hamburg Ost.

Auch ein extra eingeübtes Protestlied wurde angestimmt. Der Bürgermeister nahm das „Ständchen“ gelassen hin und zeigte sich erfreut über das Engagement der Kleinen. „Ich kann eure Sorgen verstehen. Leider sind die Kommunen tatsächlich die Leidtragenden der eventueller Kürzungen.“ Er versprach auch im eigenen Interesse sein Bestes zu tun, und das Anliegen an die Landespolitik weiterzutragen. „Da nehmen wir Sie beim Wort, schließlich haben Sie unterschrieben!“ hörte er von Annette Peters, Fachbereichsleiterin der AWO Kitas und Horte. Tatsächlich zeigte sich Sarach volksnah und gab geduldig den aufgeregten Kindern Autogramme. Dass er dabei den Text des Protestliedes unterschieb, sollte ihm hoffentlich klar gewesen sein.

An diesem Tag fanden in ganz Schleswig Holstein Protestaktionen statt, die sich gegen den Rotstift der Landesregierung wenden. Am 28.Mai ist der Tag der Entscheidung. Dann werden die potenziellen Einsparmaßnahmen benannt. Bis dahin werden fleißig Unterschriften von den Kitas und Eltern gesammelt, die sich gegen die Sparmaßnahmen richten. Die Postkarten dafür sind leider schon alle vergriffen. Man kann sie sich aber aus dem Internet herunterladen unter: www.unsere-kinder-unsere-zukunft.de